Ratgeber · Stem-Mastering

Stem-Mastering: mehr Kontrolle für deinen Mix

Beim Stem-Mastering werden statt einer Stereo-Datei mehrere Spurgruppen gemastert, zum Beispiel Drums, Bass, Gitarren und Vocals. Das hilft, wenn sich Instrumente im Mix verdecken. Bei Polished kostet Stem-Mastering 129 € pro Track inkl. USt., mit schriftlichem Audio-Audit und unbegrenzten Revisionen.

Von Tim Borchert, Mastering Engineer · Stand: Oktober 2026

Stereo- oder Stem-Mastering: der Unterschied

Stereo-MasteringStem-Mastering
Ausgangsmaterialeine fertige Stereo-Datei4–6 Spurgruppen (Stems)
Eingriffewirken immer auf den ganzen Mixgezielt pro Gruppe möglich
Ideal wennder Mix gut ausbalanciert istElemente kollidieren oder einzelne Gruppen zu laut/leise sind
Preis bei Polished79 € pro Track129 € pro Track

Im Metal sind die typischen Fälle für Stems: Kick und Bass streiten sich unter 100 Hz, Gitarrenwände verdecken die Vocals, Becken überdecken bei Blastbeats die Snare, oder Sub-Drops fressen im Breakdown den Headroom. Im Stereo-Master lässt sich das nur mit Kompromissen lösen, mit Stems gezielt.

Stems richtig exportieren

  1. Gruppen bilden: meist Drums, Bass, Gitarren, Vocals, dazu bei Bedarf Keys/Synths und FX (Hall- und Delay-Returns).
  2. Gleicher Startpunkt, gleiche Länge: Alle Stems beginnen bei 0:00 bzw. Takt 1 und enden gleichzeitig, auch wenn eine Gruppe erst später einsetzt.
  3. Format: 24- oder 32-Bit WAV in der Original-Samplerate deiner Session.
  4. Summen-Test: Alle Stems zusammen bei 0 dB müssen exakt deinen Mix ergeben. Prüf das kurz in der DAW.
  5. Keine Bearbeitung auf der Summe: Limiter, Clipper und Summenkompressor ausschalten. Gruppen-Bearbeitung, die zum Sound gehört, darf drinbleiben.
  6. Effekte: Hall und Delay entweder in den jeweiligen Stem rendern oder als eigenen FX-Stem exportieren, aber nicht doppelt.
  7. Headroom: Keine Clips; die Summe sollte mit etwa 3–6 dB Luft unter 0 dBFS bleiben.
  8. Benennung: zum Beispiel Songtitel_Drums.wav, Songtitel_Bass.wav.

Dazu am besten den Stereo-Mix als Referenz und ein bis zwei Referenztracks aus deinem Subgenre mitschicken. Das Audit prüft dann auch, ob die Stems korrekt zusammenpassen.

Stem-Mastering Preise: was kostet es?

PaketPreis inkl. USt.Umfang
Stem-Single129 €1 Track, bis zu 6 Stems, Audio-Audit, 48–72 Std.
Stem-EP549 €bis 5 Tracks, 96 € günstiger als 5 Stem-Singles, 5–7 Tage
Label-Partner Stem-Single103 €ab 4 Releases pro Jahr

Ein Preisvergleich mit anderen Anbietern steht unter Was kostet Mastering? Wenn du unsicher bist, ob Stems sich für deinen Mix lohnen: Schick den Stereo-Mix, das Audit sagt es dir.

Stem-Mastering: FAQ

Was ist Stem-Mastering?
Beim Stem-Mastering wird nicht eine fertige Stereo-Datei gemastert, sondern mehrere Spurgruppen (Stems) wie Drums, Bass, Gitarren und Vocals. Jede Gruppe kann einzeln bearbeitet werden, bevor alles zum finalen Master zusammengeführt wird. Das gibt mehr Kontrolle, wenn sich Instrumente im Mix gegenseitig verdecken.
Wann lohnt sich Stem-Mastering?
Stem-Mastering lohnt sich, wenn einzelne Elemente im Mix kollidieren, etwa Kick und Bass im Low End, Gitarren, die Vocals verdecken, oder Becken, die bei Blastbeats die Snare verschlucken. Bei einem gut ausbalancierten Mix reicht Stereo-Mastering. Das Audio-Audit von Polished sagt dir, was für deinen Mix sinnvoll ist.
Was kostet Stem-Mastering?
Bei Polished kostet Stem-Mastering 129 € pro Track mit bis zu 6 Stems, die Stem-EP mit bis zu 5 Tracks 549 € (96 € günstiger als 5 Stem-Singles). Labels mit Partnerpreis zahlen 103 € pro Stem-Single. Alle Preise sind Endpreise inkl. 19 % USt. und enthalten das schriftliche Audio-Audit und unbegrenzte Revisionen.
Wie viele Stems brauche ich?
Meist reichen 4 bis 6 Stems: Drums, Bass, Gitarren, Vocals, dazu bei Bedarf Keys/Synths und FX. Mehr Stems bedeuten nicht automatisch ein besseres Ergebnis; wichtig ist, dass zusammengehörige Spuren in einer Gruppe liegen und die Stems zusammen exakt deinen Mix ergeben.
Ist Stem-Mastering dasselbe wie Mixing?
Nein. Beim Stem-Mastering bleibt dein Mix in seinen Grundzügen erhalten; es werden nur ganze Spurgruppen klanglich angepasst, zum Beispiel Bass leicht entschärft oder Vocals etwas nach vorne geholt. Lautstärkeverhältnisse einzelner Spuren, Arrangement oder Effekte innerhalb einer Gruppe werden nicht neu gemischt.